Chronik des FC Vikt. Berghausen 1906

Erste Anfänge

Im Jahre 1891 spielten englische Studenten im Karlsruher Hardtwald ein Ballspiel, genannt Fußball. Die Jugend nahm dieses neue Spiel begeistert auf und so trat der Fußball schon bald danach seinen Siegeszug an.Aller Anfang ist schwer – so auch beim Fußball. In Berghausen begannen die ersten Anfänge in den Jahren 1903/04. Die erste Kickerei ging vom Turnverein 1890 aus. Rädelsführer war Georg Hildinger, der Schüler im Karlsruher Gymnasium war und von dort das Kicken nach Berghausen brachte. Die ersten Spieler waren: Hans Waldi, Adolf Lutz, August Doll, Fritz Brauch, Albert Becker, Adolf Müller, Emil Koch, Ludwig Wagner, Hermann Morlock, Emil und Wilhelm Mußgnug. 1904 brachte Georg Hildinger das erste Spiel gegen Karlsruher Gymnasiasten zustande. Natürlich waren die Karlsruher weitaus besser als die Berghausener und so kam es zum krönenden Abschluß des ersten Spieles zu einer Schlägerei. Der Turnverein gab schon bald das Fußballspielen wieder auf und in der folgenden Zeit wurde wild weitergespielt, sehr zum Leidwesen der Eltern und älteren Herrschaften. Ja man ging sogar soweit, das Fußballspielen zu verbieten. So gab es für die 15 – 17jährigen „Spieler“ dann meistens zweimal Schläge. Zuerst nach dem Spiel und dann zu Hause, weil entweder die Sonntagsschuhe kaputt waren oder der „Schütz“ einen Strafzettel gebracht hatte. Da nun die ganze Jugend dem Fußball nachrannte, gründete 1904 Pfarrer Dressler einen Jünglingsverein, in dem auch Fußball gespielt wurde, um so die Jugend mehr an sich zu binden. Es kam „in der Reit“ zu einem Wettspiel „Jünglinge“ gegen „Wilden Fußballclub“, das die Jünglinge hoch gewannen. Auch dem Jünglingsverein war kein langes Leben beschieden. Schon bald ging diese Mannschaft wieder auseinander. Die „Wilden“ spielten jedoch unentwegt weiter und langsam wurde die Kickerei immer besser. Eugen Hildinger, ein Bruder von Georg Hildinger, ebenfalls Gymnasiast, vermittelte in den Jahren 1905/06 viele Spiele gegen Karlsruher Schüler vom Lehrerseminar. In Karlsruhe spielte man zu dieser Zeit schon einen guten Fußball und so konnten unsere Spieler von den Karlsruhern vieles lernen. Gespielt wurde außer auf der bereits genannten „Reit“ auf dem „Eisweiher“ der Brauerei Wagner im Gänshag, auf einem Bauplatz an der Hauptstraße, wo in den Fünfzigern noch das Haus Frick stand und später im Steinbruch am Rappenberg. Die vielen Plätze waren notwendig, da man ja oft vom „Schütz“ verjagt wurde und dann eine Ausweich-möglichkeit haben musste. Der Sport fand meistens im Sonntagsanzug statt. Als Tore hatte man zwei Stangen, an denen oben ein gestricktes Band befestigt wurde. Gespielt wurde wie heute auch - 90 Minuten. Mannschaftskapitän und Torwart war Emil Koch.

Gründung

Anfang des Jahres 1906 ging man daran im „Bären“ einen Fußballclub „Germania“ zu gründen. Der Verein konnte sich aber nicht lange halten, denn alle Anschaffungen mußten von den Spielern selbst bestritten werden. Von 20 Pfennig Sonntagsgeld war das auf die Dauer nicht möglich. Bald darauf versuchte man es ein zweites Mal. Aber auch diesem Verein war kein langes Leben beschieden. Da aber aller guten Dinge drei sind, versuchte man es ein drittes Mal und diesmal klappte die Sache.

Mitte 1906 wurde im „Bären“ der Fußballclub „Viktoria Berghausen“ gegründet. Die Initiative dazu ging hauptsächlich von Karl Mußgnug aus. Bei der Vorstandswahl wurde aber nicht er, sondern Emil Schrimm erster Vorstand. Kassier wurde Karl Becker (die Kasse bestand aus einem Strumpf), Gustav Heinrich Mußgnug wurde zum Spielführer und Karl Brauch zum Schriftführer gewählt. Nun wollte man den Verein auf dem Rathaus anmelden, aber der damalige Bürgermeister Wagner sagte zu den beiden Vereinsvertretern Emil Schrimm und Karl Löffel: „Was wollt denn Ihr Buben, Ihr könnt doch gar keinen Verein führen!“ Ganz so dumm waren aber die beiden doch nicht, denn sie umgingen den Bürgermeister und meldeten den Verein beim Bezirksamt in Durlach an. Die Mannschaft spielte in den ersten Jahren mit:

Emil Koch, Karl Löffel, Gustav Enderle, Max Rothweiler, Hermann Gröhbühl, Ludwig  Wagner, Hermann Bauer, August Hodapp, Julius Leicht, Karl Mußgnug, Emil und Richard Mußgnug. Das erste Spiel fand gegen Frankonia Durlach (heute ASV Durlach) statt und wurde 0:6 verloren. Nach und nach wurde die Anhängerschaft immer größer und man begann bei Spielen 10 Pfennig Platzgeld zu kassieren.

 

Erster regulärer Spielbetrieb

Ab 1909 nahm dann der Spielbetrieb Form und Gestalt an. Vom damaligen Bürgermeister Wagner wurde dem FC der Platz auf der „Rossweid“ in Pacht gegeben. Der Zustand des Platzes war denkbar schlecht. An manchen Stellen sank man bis zu den Knöcheln in den Lehm. Anfangs bedeckte man die Löcher mit Dielen, später füllte man mit Steinen auf. Nun spielte die Mannschaft auch in Sportkleidung und Kickstiefeln. Als Vereinsfarben wurden nach längerer Debatte schwarz-rot gewählt. Diese Farben übernahm man vom KFV, der damals Deutscher Meister wurde und für den die Mehrheit sympathisierte. Hauptsächlich spielte man gegen die Pfinztalvereine Söllingen, Grötzingen, Jöhlingen usw. Mit dem Umziehen der Spieler war das nun so eine Sache, denn ein Clubhaus gab es damals noch nicht und so mußten sich die Spieler am Spielfeldrand umziehen. Meistens fehlte nach dem Spiel irgendetwas. Um dem abzuhelfen, bewachte ein großer Hund die Kleider der Spieler. Nach einer „wilden Saalschlacht“ wechselte der FC 1909 das Vereinslokal und ging in die „Kanne“. Diesen Schritt hat man später nie bereut, denn der Kannenwirt, Wilhelm Metzger, wurde ein großer Förderer des Vereins. Die Mannschaft spielte in dieser Zeit mit: Robert Enderle, Peter Waldi, Wilhelm Schrimm, Hermann Gröhbühl, Karl Strobel, Heinrich Wagner, Karl Löffel, Karl Gengel, Wilhelm Ringwald, Max Rothweiler, Gustav Enderle. Der spätere Ehrenvorstand Peter Waldi meldete 1910 den Verein bei dem „Süddeutschen Fußballverband“ an. Die erste Mannschaft spielte in der C-Klasse. 1911 wurde Karl Gengel zum ersten Vorstand gewählt, 1912 Wilhelm Geiger und 1913 Theodor Koch. Im Jahre 1913 kaufte der Verein für 60,00 Reichsmark eine Blechhütte. Damit hatte der Verein als erster im Pfinztal ein „Clubhaus“. Endlich war damit den Spielern Gelegenheit gegeben, sich nicht mehr unter freiem Himmel umziehen zu müssen. Ab 1910 waren die Spieler mit einem Ausweis ausgestattet, der sich „Strafkodex“ nannte und die wichtigsten Strafbestimmungen für Spieler, Schiedsrichter und Mitglieder enthielt.

Im Spieljahr 1912 konnten wir die Meisterschaft der C-Klasse mit folgender Mannschaft erringen:

Peter Waldi, Leopold Lutz, Jakob Haag, Wilhelm Schrimm, Heinrich Wagner, Wilhelm Bauer, Heinrich Waldi, Trautwein, Wihelm Ringwald, Robert und Gustav Enderle.

Wegen Benachteiligung war der Verein im Mai 1913 aus dem Süddeutschen Fußballverband ausgeschieden. Im Herbst des gleichen Jahres kehrte man jedoch reumütig zum Verband zurück. Bei Kriegsausbruch 1914 musste der erste Vorstand Theodor Koch einrücken und Emil Schrimm übernahm den Vorsitz des Vereins. In der folgenden Zeit wurde aus demselben Grunde noch oft der Vorstand gewechselt und so übernahm Peter Waldi, Rudolf Simon, Albert Lamprecht (genannt Dr. Pfund) und Gustav Mall für einige Zeit die Geschicke des Vereins. 1916 konnte unsere erste Mannschaft im Entscheidungsspiel gegen den

FC Baden-Baden auf dem Platz des FC West die Bezirksmeisterschaft erringen.

Unsere Mannschaft spielte mit: Karl Kirchenbauer, Gustav Mall, Gustav Kramer, Heinrich Wagner, Otto Hartmann, Wilhelm Löffel, August Schrimm, Albert Kirchenbauer, Emil Strobel, Karl Ringwald, Adolf Morlock.

Durch diese Erringung der Meisterschaft spielte unsere „Erste“ nunmehr in der B-Klasse. Der Krieg brachte natürlich einen großen Spielermangel mit sich und 1918 spielte unser Verein zusammen mit Weingarten unter dem Namen „Vereinigte Mannschaft des FC Berghausen und FC Weingarten“ in der A-Klasse.         

Im Februar 1918 musste der Spielbetrieb vollständig eingestellt werden. Nicht unerwähnt möchte der damalige Chronist den gesellschaftlichen Teil des Vereins lassen. Die „Kameradschaft“ wurde in der „guten alten Zeit“ sehr groß geschrieben. Nach jedem Spiel traf sich die ganze Vereinsfamilie im Vereinslokal zur fröhlichen Runde. Die meisten Auswärtsspiele waren mit einem Tanzausflug verbunden. Wenn man so z. B. in Weingarten spielte, traf sich der ganze Verein einschließlich Frauen am „Dreispitzen“. Mit Musik ging es dann über den „großen Wald“ nach Weingarten. Nach dem Spiel trafen sich dann beide Mannschaften fröhlich vereint in einer Wirtschaft. Oft wurde erst nach Mitternacht wieder nach Hause marschiert. Auch die Fastnachtsveranstaltungen des Vereins waren in dieser Zeit rauschende Feste. Sehr stark war zu dieser Zeit die leichtathletische Abteilung des Vereins. Die 4x100m-Staffel brachte manchen Sportfestsieg mit nach Hause und Hermann Gröhbühl war als Fußballweitstoßspezialist mit seinen 60 Metern auf vielen Sportfesten die Attraktion.

 

Neuer Aufschwung

Die Zeit nach dem ersten Weltkrieg brachte dem Verein einen großen Aufschwung. 1919 wurde der Spielbetrieb wieder aufgenommen. Man spielte mit vier Mannschaften in der B-Klasse. Vorstand wurde Wilhelm Schrimm, dem ab August 1919 Albert Enderle folgte. Im Jahre 1920 zählte der Verein bereits 210 Mitglieder. Am 7. Mai 1920 wurde der FC in das Vereinsregister eingetragen. Vom 28. bis 30. Mai 1921 beging der Verein sein 15-jähriges Stiftungsfest. Die Mitgliederzahl war auf 270 gestiegen. Ab Juli 1921 übernahm Karl Gröhbühl den ersten Vorstand. In der Spielsaison 1921/22 konnte unsere „Erste“ die B-Klassenmeisterschaft erringen.

Die Mannschaft spielte mit: Willi Schumacher, Karl Kirchenbauer, Emil Strohäcker, Heinrich Seiter, Heinrich Waldi, Leopold Lutz, Adolf Morlock, Emil Strobel, Ludwig Geiger, Adolf Gartner, August Waldi. Im Frühjahr 1922 befasste man sich zum ersten Mal mit dem Plan eines Clubhausbaues. Das Jahr 1923 brachte den Höhepunkt der Inflation und diese Krise wirkte sich auch für den Verein schlecht aus. Zwar hatte man bei einem gemeinsamen Sportfest (FC, Turnerbund und Gesangverein) 18 Mill. RM Einnahmen, aber durch die Wirtschaftskrise und den politischen Klassenkampf sank die Zahl der Mitglieder um über die Hälfte. In dieser schweren Zeit übernahm Gustav Schönhaar 1924 den Vorsitz des Vereins. Trotz dieser schlechten Voraussetzungen schritt man zur Verwirklichung des Clubhausprojektes. Der Plan sah ein Clubhaus von 14 Meter Länge und 9 Meter Breite vor. Die Finanzierung wurde durch Anteilscheine, freiwillige Spenden und sehr viel Eigenarbeit gesichert. Im März 1925 wurde Peter Waldi zum ersten Vorstand gewählt. Der Clubhausbau ging sehr gut voran und so konnte man am 8. August 1925 das neue Haus einweihen. Der Verein war der erste im Pfinztal, der über ein eigenes Clubhaus dieser Größe verfügte.

Spielerisch waren die Leistungen unserer Mannschaft zu dieser Zeit sehr gut. Im ersten Spieljahr in der A-Klasse erreichte unsere Mannschaft mit einem Punkt Rückstand den zweiten Platz. Durch die Gründung eines zweiten Fußballvereins in Berghausen im Jahre 1923 verlor unsere  „Erste“ verschiedene Spieler und dadurch wurde die Spielstärke sehr beeinträchtigt. Die Mannschaft konnte aber immer noch einen guten Mittelplatz halten. Vom 7. bis 11. August 1926 beging der Verein sein 20jähriges Stiftungsfest. Unsere Mannschaft fand in der folgenden Zeit wieder sehr gut zueinander und spielte einen ausgezeichneten Fußball, sodass man die folgenden Jahre als eine Blütezeit des Vereins bezeichnen darf. Im Spieljahr 1928/29 gelang unserer „Viktoria“ der Aufstieg in die damals zweithöchste Spielklasse - die Kreisliga. Durch ein Entscheidungsspiel gegen Weingarten, das in Durlach nach Verlängerung 2:1 gewonnen wurde, war unsere Mannschaft zur Teilnahme an den Aufstiegsspielen berechtigt. In diesen Spielen schaffte der FC gegen den FC Graben und den FC Baden-Baden nach Abschluss der Runde den zweiten Platz und war damit in der Kreisliga. Die Mannschaft spielte mit: Artur Gossweiler, August Waldi, Willi Burkardt, Artur Wagner, Silvester Dehm, Erwin Müller, Karl Lutz, Artur Simon, Heinrich Waldi, Adolf Gartner, Richard Gengel. Auch in der Kreisliga hielt die Spielstärke unserer Mannschaft weiter an. Im zweiten Spieljahr, der Saison 1931/32, stand unser Verein vor der Meisterschaft. Das letzte Spiel musste die Entscheidung bringen. Leider stand dieses Auswärtsspiel in Mühlburg gegen den VfB Mühlburg (heute KSC) unter keinem glücklichen Stern und wurde 1:2 verloren. Damit wurde es nichts mit dem Aufstieg in die damals höchste Spielklasse.

Die Mannschaft spielte mit: Oskar Müller, Richard Gengel, Erwin Müller, Eugen Huber, Artur Simon, Artur Wagner, Artur Gossweiler, August Schurr, Karl Lutz, Karl Becker, Herbert Willms. In den folgenden Jahren ließ sich die Aktivität jedoch nicht entmutigen und spielte mit wechselndem Erfolg in der Kreisliga einen guten Fußball. 1934 wurden die Spielklassen neu eingeteilt. Dabei ging man nicht nach den spielerischen Leistungen, sondern nach der Tradition der Vereine und der Einwohnerzahl vor. Berghausen spielte nunmehr in der Bezirksklasse und erreichte im ersten Spieljahr mit einem Punkt Rückstand den zweiten Platz. Die folgenden Spielzeiten brachten unserer Mannschaft gute Mittelplätze und 1939/40 gelang noch einmal die Erringung der Kreismeisterschaft durch eine sehr junge Mannschaft im Entscheidungsspiel gegen den FC21 Karlsruhe.

Höhepunkte in der Jugendabteilung hatten wir unter Leitung von Adolf Gartner in den Jahren 1935 – 39. Im Jahre 1938 spielten wir gegen den damaligen VfB Mühlburg um die Mittelbadische Jugendfußballmeisterschaft in Durlach, welche 1:2 verloren wurde. Zu viele Kameraden, die daran teilnahmen, sind im Krieg gefallen. Es spielten zu jener Zeit: Julius Rothweiler *, Heinrich Raupp *, Herbert Wagner (Söllinger) *, Kurt Bauer *, Erich Geiger, Heinrich Schrimm *, Karl Stöss, Fritz Abele, Erwin Tantzky,  Karl Lutz, Hans Metz, Werner Waldi *, Herbert Becker, Emil („Itzer“) Becker u.a.m. Die Nachfolge dieser Jungen traten hoffnungsvolle Talente an, die ebenfalls zum größten Teil im Kriege gefallen sind.

Es spielten von 1939 bis zu ihrer Einberufung: Werner Mussgnug *, Hans Mussgnug *, Richard Schönhaar, Wilhelm Walz *, Rudi Waldi *, Gerhard Barthlott *, Willi Lamprecht *, Günter Koch, Ludwig Lutz *, Karl Vortisch *, Werner Kegreis, Hans Schrimm u.v.a.

Ab 1940 wurde der Spielbetrieb durch die Einberufung vieler Spieler sehr geschwächt,

sodass man sich mit Söllingen zusammenschließen musste. Dadurch kam eine sehr gute Mannschaft zustande, die bei Pokalspielen gegen große Gegner gute Erfolge erzielte. So spielte man bis Kriegsende.

 

Nachkriegszeit

Nach dem totalen Zusammenbruch kam das Vereinsleben und der Spielbetrieb nur sehr schwer wieder in Gang, da ja von der Militärregierung in der ersten Zeit die Gründung von Vereinen verboten war. Jedes Spiel musste zuerst von der Militärregierung genehmigt werden. Artur Simon und Emil Metz waren die Initiatoren der Wiedergründung des Vereins. In der „Linde“ fand heimlich die erste Aussprache mit Artur Simon, Emil Metz, Karl und Werner Elser, Hans Huber und Richard Gengel statt. Der Platz war sehr beschädigt und dadurch nicht bespielbar. Durch aufopfernde Arbeit einiger Mitglieder wurde unter schweren Bedingungen das Spielfeld wieder in einen einigermaßen bespielbaren Zustand gebracht.

Es fehlte überall am Wichtigsten, so an Kickschuhen, Sportartikeln usw. Mit vielen Mühen kam so im Spätjahr 1945 das erste Spiel gegen Durlach-Aue zustande, das 3:1 gewonnen wurde. Die erste Nachkriegsmannschaft spielte mit Claus Berckmüller, Emil Metz, Werner Müller, Artur Kraut, Erich Geiger, Hans Huber, Fritz Abele, Harry Reiser, Karl Elser, Artur Simon, Karl Löber. 1946 wurden die Spielklassen neu eingeteilt, wobei unsere Mannschaft in den Qualifikationsspielen die Bezirksklasse erreichte. Im Januar 1946 schritt man zur Wiedergründung des Vereins. Dazu brauchte man fünf unbelastete Männer, die erst nach langem Suchen mit Karl Löber, Karl und Werner Elser, Fritz Abele und Emil Metz gefunden wurden. Laut Verordnung der Militärregierung durften als Vereinsnamen keine germanischen, nazistischen oder ähnlich klingenden Namen verwendet werden, so dass

es am 26. Januar 1946 im Bürgersaal zur Gründung des „Fußballclub Berghausen 1945“ kam.

Die erste Nachkriegsverwaltung sah nach der Wahl wie folgt aus:

1. Vorstand: Ludwig Klee

2. Vorstand: Emil Raupp

Geschäftsführer: Kurt Stude

Kassier: Herbert Schönhaar

Spielausschußleiter: Adolf Gartner

2.Spielausschußleiter: Emil Metz

Jugendwart: Gustav Stutz

Beitragskassier: Karl Elser

Gerätewart: Werner Elser

Diener: Karl Schrimm und Emil Gramlich

 

Die Mitgliederzahl betrug bei der Neugründung 150. Schon am 19. Februar 1946 legte der erste Vorstand Ludwig Klee sein Amt nieder und in einer außerordentlichen Mitglieder-versammlung wurde Emil Metz zum ersten Vorstand gewählt. Im Jahr des 40jährigen Jubiläums erreichte man in der Bezirksliga, Gruppe Ost mit 20:16 Punkten bei einem Torverhältnis von 37:30 von 10 Mannschaften den 5. Platz. Bereits 1948 kam es wieder zu einer Neueinteilung der Spielklassen. Unsere Mannschaft erreichte in den Qualifikationsspielen die zweite Amateurliga, in der sie in der ersten Zeit sehr gut abschnitt. Die Mannschaft spielte mit: Willi Reis, Erich Frick, Hans Metz, Emil Metz, Hans Huber, Artur Simon, Alfred Waldi, Jakob Anton, Herbert Armbruster, Felix Strohäcker, Hans Gengel, Werner Becker, Otto Rude, Fritz Abele, Ottmar Gengel.

Die Kameradschaft und der gesellige Teil des Vereins war in dieser Zeit in Hochblüte, so dass man sich 1947/48 zu einem Clubhausanbau entschloß. Durch die damalige wirtschaftliche Krisenzeit war die Beschaffung von Baumaterialen äußerst schwierig und so konnte das Bauvorhaben nur mit großer Mühe und vielen Opfern vorangetrieben werden. Nach  der Währungsreform war es wieder möglich Baumaterial usw. zu kaufen, sodass der Clubhausanbau mit dem Einbau einer Wohnung und dem Erstellen einer Küche im Juli 1949 feierlich eingeweiht werden konnte. Bei diesen Arbeiten machten sich die Mitglieder Erwin Müller, Hermann Lebtich, Willi Vortisch, Emil Löffel und Vorstand Emil Metz besonders verdient. Im April 1949 wurde bei der Generalversammlung Helmut Walz zum ersten Vorstand gewählt. Die Vereinsfahne, die bis zu diesem Zeitpunkt im Gasthaus „Zur Kanne“ war, wurde in festlichem Geleit zum Clubhaus überführt. Mit der Einweihung verbunden war die Enthüllung einer schlichten Gedenktafel für die Gefallenen des 2. Weltkrieges und ein erstmals durchgeführtes Fußballortsturnier, an dem sich sämtliche Ortsvereine beteiligten und die Mannschaft des Musikvereins den Sieg davontrug. Über Pfingsten 1949 machte der FC einen zweiten Vereinsausflug nach Onstmettingen (Hohenzollern) und verlebte dort schöne Tage. Anfang August beging der Verein sein Sportfest, bei dem es zum ersten Male nach dem Kriege markenfreie Fleisch- und Wurstwaren aus eigener Schlachtung gab und das dadurch ein großer Erfolg wurde. Die Einnahmen waren aber auch bitter notwendig, denn der Clubhausanbau hatte sehr viel Geld verschlungen und hier war es hauptsächlich unserem damaligen zweiten Vorstand Wilhelm Wettach zu danken, dass die Finanzierung ohne einschneidende Maßnahmen durchgeführt werden konnte. Durch seine Verhandlungen erhielten wir von der Brauerei Fels und vom Toto ein Darlehen. An Ostern 1950 stattete uns Onstmettingen einen Gegenbesuch ab und in guter Stimmung wurden die alten Freundschaftsbande erneuert. Im Sommer 1950 fuhren wir nach Diedesfeld (Weinstr.), wo damals die erste „Deutsche Weinkönigin“ residierte. Dieselbe kam mit ihrem Prinzen- und Prinzesssinnengefolge und Fußballern nach Berghausen, wo die Deutsche Weinkönigin „Elisabeth I“ von allen Einwohnern herzlich begrüßt wurde. Wir spielten dann zu Gunsten der evang. Kirchenglocken. Pfarrer Einwächter persönlich vollzog den Anstoß. Das Spieljahr 1951/52 brachte für unseren Verein zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte den Abstieg der ersten Mannschaft. Durch verschiedene Abgänge guter Spieler der ersten Mannschaft konnte das hohe spielerische Niveau, das in der zweiten Amateurliga verlangt wurde, nicht gehalten werden, so daß unsere Mannschaft den bitteren Weg in die Kreisklasse antreten musste. Die Spieler ließen sich nicht entmutigen und im ersten Spieljahr in der neuen Klasse erreichten wir nach Abschluß der Runde den dritten Platz. In diesem Jahr wurde neben dem Clubhaus in freiwilligen Arbeitsstunden ein Holzschober erstellt. Dadurch gewannen wir an der Rückseite neben den WC’s freien Platz, der nun zur Einrichtung von zeitgemäßen Umkleideräumen verwendet wurde. Ebenfalls wurde das Bad neu hergerichtet. Ein Druckbadeofen von 300 Litern wurde angeschafft, außerdem zwei Brausen, vier Hand- und zwei Fußwaschbecken. Der ganze Raum wurde ausgekachelt und somit eine Anlage geschaffen, die ihresgleichen im Pfinztal suchte. Bei der Weihnachtsfeier im selben Jahr konnte der Verbandsvorsitzende Fritz Meinzer einige Kameraden mit der silbernen und bronzenen Ehrennadel auszeichnen. Unser verdienter Kamerad Peter Waldi wurde vom Verein zum Ehrenvorstand ernannt. Das Spieljahr 1953/54 sah unsere Mannschaft vom ersten bis zum letzten Spiel an der Spitze der Tabelle. Mit dem letzten Spiel konnte Hochstetten noch zu uns aufschließen, so daß ein Entscheidungsspiel notwendig war, das auf dem Beiertheimer Sportplatz ausgetragen wurde. Unsere Mannschaft hatte keinen glücklichen Tag erwischt und verlor 0:4. Die Mannschaft spielte mit : Egon Lausch, Fritz Abele, Felix Strohecker, Jakob Anton, Werner Müller, Richard Schönhaar, Willi Rotfuss, Werner Steiner, Helmut Funk, Hans Daferner, Rudi Metz. Im Jahre 1952 führten wir durch Initiative von Karl Benz unter Leitung des Jugendleiters Erwin Müller ein großes Jugendturnier durch, welches vom VfB Grötzingen gegen ASV Durlach 5:0 gewonnen wurde. 1953 veranstalteten wir ein Altherren-Turnier, welches vom VfB Grötzingen gewonnen wurde. Nicht unerwähnt soll unsere zweite Mannschaft bleiben. In den Jahren 1952-1955 errang sie in ununterbrochener Reihenfolge dreimal hintereinander die Meisterschaft. Die wichtigsten Spieler, die in diesen Jahren in der zweiten Mannschaft spielten, sollen deshalb hier nicht vergessen sein. Es sind dies:

Werner Kegreis, Edgar Mußgnug, Alfred Enderle, Rudi Waigel, Hans Ehrler, Emil Vortisch, Jakob Anton, Willi Stoppanski, Hans Beckmann, Dieter Wanner, Horst Nerding, Karl Ott, Dietrich Häfele, Peter Meier, Karl Gottmann, Willi Wenz, Gordo Becker, Willi Stutz, Richard Schönhaar, Hellmut Müller, Günter Becker, Gerhard Rothweiler, Günter Mußgnug. Das Spielfeld war erneut in einem sehr schlechten Zustand, weshalb man sich Ende 1954 zu einer Vergrößerung und Neuanlage des Sportplatzes entschloß. Durch Vermittlung unseres Mitgliedes, Herrn Dipl. Ing. Architekt Gottfried Einwächter gelang es, die Amerikaner zur Ausführung der Erdbewegungen zu gewinnen. Auch die Gemeinde half tatkräftig mit und sorgte für das Fällen der Pappeln, die der Erweiterung des Sportplatzes im Wege standen. Das Ankommen der Amerikaner wurde von Woche zu Woche verschoben und viele Mitglieder sahen schon sehr schwarz für unseren Sportplatzneubau. Mitte 1955 hielten sie aber doch ihr Wort und erschienen ausgerechnet drei Tage vor der Abhaltung unseres Sportfestes, sodaß wir gezwungen waren, das Sportfest auf dem Platz des TSV Berghausen durchzuführen. Es gelang uns, neben dem Sportplatz ein provisorisches Spielfeld auf den Wiesen in Richtung Heulenberg zu errichten. Die Arbeiten am Sportplatz waren dauernden Hemmnissen unterworfen, denn im Laufe der Arbeiten stieß man auf derartig schlechte Bodenverhältnisse, daß nur mit größter Mühe die geplanten Arbeiten durchgeführt werden konnten. Zu Pfingsten 1956 war endlich der Tag gekommen, an dem das neue Spielfeld eingesät werden konnte. Zu allem Unglück gingen schon kurz nach dem Einsäen zwei schwere Unwetter nieder, die großen Schaden anrichteten. In der Zwischenzeit wurden die entstandenen Mängel behoben, so daß wir hofften, im nächsten Sommer den neuen Spielplatz einweihen zu können. In diesem Sommer beteiligten wir uns bei verschiedenen Jubiläen und Sportfesten. In Weingarten wurden wir hinter FC Alemannia Eggenstein nach Siegen über TuS Weingarten und SV Blankenloch 2. Turniersieger. In Blankenloch wurden wir ebenfalls Zweiter. Nach Siegen über TuS Spöck, Kirchfeld und einer Niederlage im Endspiel gegen FC Neureut mit 2:1. Außerdem beteiligten wir uns auch am Sportfest des VfB Südstadt und gewannen gegen FC Südstern und VfB Knielingen. Neben dem Clubhaus erstellte die Gemeinde einen Kinderspielplatz. Die Geräte wurden von hiesigen Firmen gestiftet. Im Jubiläumsjahr wurde man Tabellenvierter in der A-Klasse, Staffel 1 bei 28:24 Punkten und 51:49 Toren. In der Zeit vom 4. August bis 13. August 1956 wurde das 50-jährige Vereinsjubiläum mit einer Sportwoche begangen. Als sportlicher Höhepunkt war das Spiel einer Pfinztalauswahl gegen die Mannschaft des KFV anzusehen. Leider musste dieses Spiel auf dem Ausweichplatz ausgetragen werden, da das neue Spielfeld noch nicht bespielbar war. Anläßlich dieses Jubiläums fand ein Festbankett, ein Festumzug sowie zum Ausklang ein Bunter Abend mit einem großen Feuerwerk statt. Dank gehört hier den hiesigen Kultur- und Sportvereinen, die uns bei den abendlichen Unterhaltungen unterstützt haben.

 

 

Blütezeit

Das spielerische Niveau war gerade zu dieser Zeit nicht als gut zu bezeichnen.  Durch die guten Beziehungen des damaligen Vorsitzenden Helmut Walz gelang es diesem, den bekannten Spieler des ehemaligen VfB Mühlburg, Hugo Rastetter im November 1956 als Trainer zu gewinnen. In dieser Zeit spielten wir in der A-Klasse, Gruppe Hardt. Durch intensives Training und durch den Einbau junger Nachwuchsspieler wurde bald an Spielstärke gewonnen.

Im August 1957 konnte das seit 1955 im Bau befindliche neue Spielfeld seiner Bestimmung übergeben werden. Das Eröffnungsspiel  auf dem schmucken Rasen wurde gegen die Sportfreunde aus Ersingen ausgetragen. Als Attraktion wurde der Spielball von Edmund Lust aus dem Flugzeug abgeworfen. Im Jahre 1958 wurde mit dem Bau einer Kegelbahn mit zwei Bahnen begonnen und im November 1959  wurde Einweihung gefeiert. Neben dem Vorsitzenden Helmut Walz war unser Mitglied Fritz Ringwald Hauptinitiator dieses Projektes. Im Februar 1960 machte der damalige Bundestrainer Sepp Herberger einen Abstecher nach Berghausen ins Clubhaus und sprach zu Spielern und Mitgliedern des Vereins. Im Spieljahr 1959/60 wurde in der A-Klasse, Gruppe Albtal gespielt. Durch gute Leistungen in der Saison wurde eine Punktgleichheit mit SC Neuburgweier erreicht, so daß ein Entscheidungsspiel um die Meisterschaft notwendig wurde. Dieses Spiel fand am 8. Mai 1960 auf dem Platz des KFV vor ca.  2.000 Zuschauern statt. Durch Tore von Konrad Wagner und Bruno Becker wurde aufgrund einer sehr guten Mannschaftsleistung ein 2:0-Sieg errungen und damit der Aufstieg in die II. Amateurliga erreicht. Die Mannschaft spielte in folgender Besetzung:

Georg Beckmann, Peter Maier, Rudi Waigel, Hans Daferner, Eckard Mall, Gerhard Vollmar, Karl Paulik, Bruno Becker, Dieter Wysk, Horst Nerding, Konrad Wagner.

Gleichzeitig konnte auch die Reservemannschaft die Staffelmeisterschaft erringen. Somit ein großer Erfolg für Trainer Hugo Rastetter. Anläßlich des Sportfestes fand am 3. August 1960

vor ca. 4.000 Zuschauern ein Werbespiel zwischen dem KSC und 1. FC Pforzheim statt, das mit einem 2:1-Sieg für Pforzheim endete.

In der Saison 1960/61  konnte in der II. Amateurliga die Herbstmeisterschaft errungen werden. Durch Verletzungen einiger Stammspieler in der Rückrunde blieb am Ende ein zufriedenstellender 3.Tabellenplatz. Im Spieljahr 1961/62 klappte es jedoch besser und es wurde man nach einem 3:1-Sieg beim FV Ettlingen Meister der II. Amateurliga. Die Meisterschaft wurde mit folgender Mannschaft erreicht: Georg Beckmann, Peter Maier, Bruno Kegreis, Hans Daferner, Eckard Mall, Otto Zailer, Werner Becker, Bruno Becker, Matthias Erk, Horst Nerding und Konrad Wagner.

Bei den folgenden Aufstiegsspielen zur I. Amateurliga Nordbaden spielte unsere Mannschaft gegen den FV Weinheim, FVgg. Weingarten, SpVgg. Ketsch und FV Mosbach. Die Spiele verliefen nicht alle erfolgreich, sodaß der erstrebte Aufstieg nicht erreicht wurde.

Am 26. Dezember 1961 war ein weiterer Höhepunkt unseres Vereins, denn die Vertragsspielermannschaft des KSC musste in der Pokalrunde gegen unsere  Mannschaft antreten. Vor 2.000 Zuschauern gelang dem KSC ein 5:1-Erfolg. Trotz dieser Niederlage zeigt unsere Mannschaft ein sehr gutes Spiel. Auch in der Jugendarbeit wurde in dieser Zeit sehr viel getan. Die Jungligamannschaft wurde im Spieljahr 1961/62 unter dem Jugendleiter Otmar Gengel und dem Betreuer Artur Dewald Vizemeister in der Juniorenklasse von Nordbaden. Die erste Mannschaft wurde mit 35:17 Punkten und 63:31 Toren Meister der II. Amateurliga Mittelbaden. Das Spieljahr 1962/63 in der II.Amateurliga erbrachte uns einen beachtenswerten 2. Tabellenplatz am Ende der Runde. Das Spieljahr 1963/64 war für den Verein ein ganz besonders erfolgreiches Jahr. Schon nach Abschluß der Vorrunde stand unsere „Erste“ ohne Niederlage mit 24:2 Punkten als Herbstmeister fest. Nach Rundenende konnte in der II. Amateurliga mit 4 Punkten Vorsprung erneut die Meisterschaft gefeiert werden, wobei ab dem 3.Spieltag die Tabellenführung nicht mehr abgegeben wurde (38:14 Punkte; 47:32 Toren). Durch diese Meisterschaft erreichte unsere Mannschaft zum zweiten Mal die Aufstiegsrunde zur I. Amateurliga Nordbaden mit Spielen gegen die Kontrahenten von FC Karlsdorf, Viktoria Wertheim, SG Kirchheim und SC Plankstadt. Nach Abschluß dieser Aufstiegsrunde war unsere Mannschaft Tabellenerster mit 10:6 Punkten und hatte somit den Aufstieg in die höchste Amateurliga von Nordbaden erreicht. Besonderer Dank gehört hier aufrichtig dem Trainer Hugo Rastetter, der die Mannschaft systematisch aufgebaut hat und zu einer spielstarken Elf geformt hat.

Der Erfolg blieb nicht aus, denn in den 4 Jahren Zugehörigkeit zur II. Amateurliga wurde zweimal die Meisterschaft, einmal die Vizemeisterschaft und einmal der dritte Platz erreicht. Die Spiele in der I. Amateurliga begannen mit einem 2:1-Sieg über die SpVgg. Ilvesheim. Die Spielstärke in der I. Amateurliga lag doch wesentlich höher als in der II. Amateurliga, denn bereits im zweiten Heimspiel gegen FV Weinheim musste man eine 0:5-Niederlage einstecken. Am Ende wurde die Klasse als Tabellendreizehnter mit 25:35 Punkten und 36:48 Toren gehalten.

Man war sich in der Vereinsführung klar darüber, daß in dieser Klasse der Klassenerhalt das Ziel sein musste. Im 3. Jahr der Zugehörigkeit zur I. Amateurliga Nordbaden erreichte der FC mit Platz 6 und 30:30 Punkten und 42:56 Toren seine beste Platzierung. Durch gute Leistungen gelang es der Mannschaft, sich 6 Jahre lang in der obersten Amateurklasse zu behaupten. Durch viele Ausfälle, besonders durch Verletzungen bedingt, musste die Mannschaft nach Abschluß der Runde 1969/70 als Tabellenvorletzter mit 16:44 Punkten und 23:51 Toren absteigen und in die II.Amateurliga zurückkehren. Infolge Krankheit musste der Trainer Hugo Rastetter 1966 seine Trainertätigkeit aufgeben. Nachfolger wurde Adolf Ehrmann aus Neureut, welcher nach 16-monatiger Tätigkeit von Rudi Metz abgelöst wurde. Ab Spieljahr 1969/70 übernahm Max Schwall vom KSC die Trainingsleitung. Ab Runde 1970/71 spielte unsere Mannschaft in der II. AL mit wechselndem Erfolg. Während immer Plätze unter den ersten sechs Mannschaften in der Tabelle erreicht wurden, musste im Spieljahr 1972/73 ein 3:1-Sieg über den FC-Spöck in einem Entscheidungsspiel in Weingarten den Klassenerhalt sichern.

 

Nach dem 70-jährigen Bestehen

Die Verbandsrunde im 70jährigen Jubiläumsjahr 1976 wurde mit dem 4. Tabellenplatz (35:25 Punkte; 50:39 Tore) 6 Punkte hinter dem Meister FVgg. Weingarten abgeschlossen. Anläßlich des 70jährigen Jubiläums wurde vom 24. Juli bis 2.  August 1976 eine Sportwoche durchgeführt. Eine Totenehrung wurde am 24. Juli 1976 in der Kirche und im Friedhof beim Ehrenmal vorgenommen. Neben den Ortsvereins-Pokalspielen beteiligten sich auch die Nachbarvereine Grötzingen, Jöhlingen, Wössingen, Wöschbach, Söllingen und Kleinsteinbach beim Sportfest. Unsere I. Mannschaft trug am 24. Juli 1976 gegen die Amateure des KSC das 1. Jubiläumsspiel aus, das 1:2 verloren wurde. Der sportliche Höhepunkt beim 70-jährigen Jubiläum war das Spiel gegen die Mannschaft von Dukla Prag. Die Mannschaft war im Trainingslager auf der Sportschule Schöneck und konnte für das Hauptspiel  verpflichtet werden. Nahezu 1.500 Zuschauer waren gekommen, um die Mannschaft mit den Europameistern Torwart Viktor, Linksaußen Nehoda und Mittelfeldspieler Svelik (die Nationalmannschaft der CSSR war in diesem Jahr Europameister geworden) spielen zu sehen. Unsere Mannschaft lieferte ein begeisterndes Spiel, erspielte sich auch mehrere Torchancen und musste sich durch Tore in den letzten 10 Minuten mit 0.3 geschlagen geben. Trotzdem waren alle Zuschauer von der Leistung unserer Mannschaft begeistert. Das 3. Jubiläumsspiel wurde gegen ATSV Kleinsteinbach durchgeführt, das 2:2 unentschieden endete.

Das für etwa 1.000  Personen gestellte Festzelt war fast jeden Abend gut besetzt und das Programm wurde durch die Ortsvereine gestaltet. Am letzten Tag wurden die Gewinner der großen Tombola ausgelost. In der Verbandsrunde 1976/77 erreichte unsere Mannschaft den 3. Tabellenplatz (49:19 Punkte; 79:44 Tore) 3 Punkte hinter dem Aufsteiger FC Alem. Eggenstein und konnte sich in den folgenden 2 Jahren gute Mittelplätze in der II. Amateurliga sichern.

 

Die Achtziger und nach dem 75jährigen

Ab dem Spieljahr 1979/80 gab es durch die Einführung der Amateurliga Baden-Württemberg eine neue Einteilung. Der FC Viktoria Berghausen wurde durch gute Tabellenplätze in den vergangenen Jahren in die Landesliga, Staffel 3 eingegliedert. Dies ist nach Profifußball die dritthöchste Amateurliga-Staffel. Im Jubiläumsjahr 1981 wurde der 8. Tabellenplatz bei 32:28 Punkten und 47:44 Toren erreicht, während ein Jahr davor mit dem 10. Platz abgeschlossen wurde.

Das 75jährige Vereinsjubiläum wurde vom 30. Juli 1981 – 3 August 1981 mit einem

5-tägigen Sportfest groß gefeiert. Am Freitagabend füllten fast 2.000 Zuschauer unser Sportgelände, als die FC-Mannschaft gegen den Bundesliga-Aufsteiger KSC mit ihrem Trainer Manfred Kraft das Hauptspiel bestritt. Am Ende unterlag man nach einem klug geführten Spiel etwas zu hoch mit 2:5-Toren. Unsere Tore erzielten Stürmer Manfred Haury zum 1:1-Ausgleich und Mittelfeldspieler Heinz Eiffler zum 2:3-Anschluß. Im 2. Sportfestspiel besiegte man 3 Tage später den Verbandsligisten FVgg. Weingarten mit 1:0. Das Festbankett ging am Samstagabend im voll besetzten Festzelt über die Bühne und die Berghäuser Ortsvereine boten am Sonntag beste Kleinkunst. Der Badische Fußballverband ehrte im Rahmen des Festbanketts verdiente FC-Mitglieder mit verschiedenen Ehrenurkunden und -nadeln.

 

 

Im Spieljahr 1982/83 übernahm Hans-Dieter Gengel das Traineramt vom scheidenden Hans Flindt. In dieser Spielrunde bot man dem FVgg. Weingarten (39:21 Punkte)  lange Zeit Paroli um den Aufstieg in die Verbandsliga Nordbaden. Am Ende reichte es aber nicht und unsere junge Mannschaft musste sich mit dem 2. Platz  bei 37:23 Punkten und 53:37 Toren zufrieden geben.

In die Saison 1983/84 ging man mit einiger Erwartung. Am Ende stand die FC-Mannschaft nach einer desolaten Spielrunde (und 9 (!!!) roten Karten) mit leeren Händen da und man stieg als Tabellenletzter (19:41 Punkte und 37:55 Tore) in die Bezirksliga Karlsruhe ab.

 

15 Jahre Bezirksliga

 In den ersten 2 Jahren in der Bezirksliga übernahm Ex-Profitorwart Roland Gubitz das Traineramt. Die älteren Spieler erklärten sich bereit, noch mindestens eine Runde weiterzumachen, um nicht gleich durchgereicht zu werden. Durch gezielte Verstärkungen wollte man ab der Spielrunde 1985/86 wieder im oberen Drittel der Tabellen mitspielen. Roland Gubitz verstand es in seinem zweiten Jahr als FC-Trainer eine gute Mannschaft zu formen und man spielte um den Titel mit. Dass es am Ende nicht dazu reichte, lag am Verletzungspech, das die Mannschaft zum Rundenende hin erfasste. Mit 42:18 Punkten und 68:38 Toren wurde man Tabellendritter. Die 2. Mannschaft errang in diesem Jahr die Staffelmeisterschaft.

Beim 80-jährigen Jubiläum, das vom 30. Juli 1986 – 4. August 1986 stattfand, spielte die FC-Mannschaft gegen den damaligen Regionalligisten VfR Mannheim und unterlag recht deutlich mit 1:8. Sonntags traf man in einem weiteren Hauptspiel wieder auf den FVgg. Weingarten. Tags zuvor fand im Festzelt das Festbankett statt. 1 Woche vor dem Jubiläum fand in Berghausen der Pfinztalpokal statt. In den weiteren Jahren dümpelte man in den Niederungen der Bezirksliga, ohne dass man um den Aufstieg mitspielte noch hatte man gegen den Abstieg zu kämpfen. Als Bezirksligist feierte man 1991 das 85-jährige Vereinsjubiläum. In dieser Spielrunde belegte man im Niemandsland der Liga bei 24:36 Punkten und 46:48 Toren einen 13. Platz. Ab 1995/96 wurde auf die „3-Punkte-Regel“ im gesamten DFB umgestellt. Ab sofort konnten man durch einen Sieg 3 Punkte auf seinem Konto verbuchen. In 30 Spielen erzielte der FC Viktoria 37 Punkte und bei 52:50 Toren wurde der 10. Rang belegt. Als zum Beginn der Saison 1996/97 Alexander Rüster als Spielertrainer zum FC kam, kehrte auch so was wie Spielkultur zurück. Innerhalb von 3 Jahren gelangte man wieder zu Meisterehren. Ab der Saison 1997/98 konnten die Reservemannschaften auf freiwilliger Basis in Konkurrenz spielen. Die Verantwortlichen entschlossen sich zu diesem Schritt und die Zweite spielte fortan in der B-Klasse um Auf- und Abstieg. Dieser Schritt fiel nicht leicht, war aber notwendig, da unsere Reservespieler ebenfalls „um Punkte“ spielen wollten. Wäre dies nicht geschehen, wären diese Spieler zu anderen Vereinen abgewandert. In der Verbandsrunde 1998/99 wurde sowohl die erste als auch die zweite Mannschaft Staffelmeister und der FC feierte ausgiebig eine Doppel-meisterschaft.  Nach 35 Jahren wurde man mit 71 Punkten und 65:22 Toren mal wieder Meister. Die Reserve stieg in die A-Klasse auf, die leider nur 2 Jahre gehalten werden konnte. In einer Relegationsrunde konnte 2000/01 der Abstieg in die B-Klasse nicht vermieden werden. Ab der Runde 1999/2000 spielen im Fußballkreis Karlsruhe auch die Reservemannschaften „Inkonkurrenz“ und können somit auch auf- und absteigen. In diesem Zug wurde auch eine C-Klasse eingeführt.

 

Mal wieder in der Landesliga – wenn auch nur kurz

Die erste Mannschaft des FC Berghausen spielte nun 4 Jahre lang in der Landesliga eine mitunter bedeutende Rolle. Mehrmals war man über mehrere Spieltage hinweg Tabellenführer. In der Saison 2000/01 war man Herbstmeister und beendete dann die Spielrunde auf dem 4. Platz. Der FC Berghausen war nach seiner Glanzzeit in den 60er Jahren wieder in aller Munde. Leider musste man in der Runde 20002/03 wieder absteigen und den Gang in die Bezirksliga antreten. Selbst eine Trainerentlassung an Ostern 2003 konnte diesen Schritt nicht verhindern und in einem Relegationsspiel unterlag man als 5.letzter der Landesliga (35 Punkte;50:64 Tore) dem Verlierer um die Karlsruher Kreis-meisterschaft, der SG Siemens, nach Elfmeterschießen auf dem ASV-Platz in Durlach.

Wie es mit der Chronik weitergeht - u.a. auch vom 100-jährigen Jubiläum - könnt ihr hier in naher Zukunft lesen. Bitte habt noch etwas Geduld....

 

 

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